Getreide und Ölsaaten

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte das USDA seinen Oktober-WASDE Report. So reduzierten die US-Regierungsexperten die Zahlen für die weltweiten Endbestände für die laufende Saison 21/22 um 6 MioT. Grund für die Anpassung sind vor allem die geringeren Ernteschätzungen für Kanada, USA und Iran um 4,4 MioT. Auch die Übertrag aus der vergangen Saison 20/21 fällt nach Angaben der US-Beamten geringer aus. Beim Mais lösten die Schätzungen des USDA am Dienstagabend wiederrum einen Preisrutsch aus - nachdem die Experten die Ernteerwartungen sowie die Endbestände leicht angehoben hatten. Die Weizennotierungen zeigten nach der Veröffentlichung des WASDE-Reports ein uneinheitliches Bild. In Paris kletterten die Dezembernotierungen kurzfristig über die wichtige Widerstandslinie von 270 Euro/to auf 271,50 Euro/to. Der Aufwind war jedoch nur von kurzer Dauer. Zum Handelsschluss verging den Anlegern wieder die Kauflaune. Am Tag nach dem WASDE-Bericht korrigierten Preise an der Euronext weiter nach unten. Zur Stunde befinden wir uns auf dem Niveau des Vortages als hätte es den US-Bericht nie gegeben. Händler argumentieren, dass der Bericht für den Kassamarkt ohnehin momentan wenig Bedeutung habe.

Auch Frankreich setzt den Rotstift an. Im Vergleich zur Vormonatsschätzung hat das französische Agrarministerium in Paris, Agreste, die Erwartungen der französischen Ernte 2021 um ca. 800.000 t nach unten korrigiert. Jedoch übertrifft die französische Weizenernte mit 35,2 Mio immerhin noch den 5-Jahrsdurchschnitt um 6 Prozentpunkte. So bleibt der Kassamarkt tatsächlich ruhig. Zwar herrscht eine gewisse Unsicherheit ob das hohe Niveau weiter anhält. Infolge des sich zuspitzenden Energiemarktes und der Preisexplosion am Düngermarkt verleiten Verkäufer jedoch weiterhin zur Zurückhaltung. Dementsprechend verhalten ist auch das Kaufinteresse und damit die tatsächlichen Handelsumsätze. Marktbeteiligte betrachten die aktuellen Preiskurse eher als nominell. Unsere Gesamteinschätzung zur aktuellen Getreide Angebots- und Nachfragesituation: Auf 3 Verkäufer treffen momentan 7 Käufer

Angelehnt an die deutlich schwächeren Vorgaben des CBoT-Sojakomplexes und der kräftig nachgebenden Palmölnotierungen verbuchten die EU-Rapssaatfutures am Dienstag erneut sichtbare Kursabschläge. Der führende November-Future 2021 verlor an der Euronext 9,25 Euro/t und notierte zum Börsenschluss bei 641,25 Euro/t. Die nachfolgenden Liefertermine schlossen zwischen 7,25 und 8,75 Euro/t unter dem Vortagsniveau. In Winnipeg wurden die Canola-Futures nach dem Thanksgiving Feiertag von den schwächeren Außenmärkten noch spürbarer belastet. Zusätzlich übte auch die vor dem baldigen Wintereinbruch nahezu vollständig eingebrachte kanadische Canola-Ernte leichten Druck aus. Der Frontmonat November 2021 beendete die ICE-Sitzung mit einem Minus von 25,80 Can-$/t bei 901,10 Can-$/t.
Der Sojabohnenmarkt hat nach Veröffentlichung des Wasde-Berichts kräftig verloren und schloss deutlich schwächer. An der Chicago Board of Trade verlor der Sojabohnen November-Kontrakt 29,75 US-Cent/bushel auf einen Endkurs von 1.1198,25 US-Cent/bushel. Der Sojaschrot Dezember-Kontrakt gab kräftige 4,10 US-$/short ton nach und beendete die Handelssitzung bei 313,00 US-$/short ton. Im gestrigen Bericht hat das US-Landwirtschaftsministerium die Sojabohnenproduktion in den USA auf 121,06 Mio. to geschätzt (Vormonat 119,04 Mio. to). Die Sojabohnen Weltendbestände setzte das US-Landwirtschaftsministerium auf 104,57 Mio. to und somit 8,71 Mio. to mehr als im Vormonat. Insgesamt wurden niedrigere Produktions- und Endbestandszahlen von den Analysten erwartet. Dementsprechend verliefen die Kurse gestern Richtung Süden. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung zu 1,1549 US-Dollar gehandelt. Die Computerbörse startet, nach den Verlusten von gestern, etwas stabiler.


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