Kartoffeln, Ölsaaten und Getreide

Auf dem deutschen Kartoffelmarkt hat sich nur wenig an den fundamentalen Daten geändert. Der Hauptfokus der Marktteilnehmer liegt weiterhin auf den Rodearbeiten. In den Niederlanden ist die Kartoffelernte für die Verarbeitungsware ebenfalls in vollem Gange. Nachdem vor allem auf schweren Böden die Rodearbeiten bislang nur bedingt mögliche waren laufen derzeit die Maschinen in voller Kapazität. Die Fabriken zeigten bisher kaum Interesse an freien Mengen, sodass die Verarbeitung vor allem auf Kontraktware beschränkt wurde. Die bisherigen Ergebnisse der Erträge zeigten sich durchschnittlich. Dem Anbauerverband VTA zufolge sprechen die schwachen Ernteergebnisse mit dem gemessenen Bedarf in der Zukunft für ein knappes Angebot. An der EEX konnte der Frontmonat erneut zulegen. In der Spitze notierte er beim heutigen Handel bei 21,10 Euro/dt. Mit einem Volumen von 103 Kontrakten verliefen die Handelsaktivitäten durchschnittlich. Der Juni 22 notiert aktuell bei 22,50 Euro/dt.. Die Erntearbeiten für Speisekartoffeln nimmt immer mehr Fahrt auf. Regional sorgt das unbeständige Wetter zwar noch für Verzögerungen, insgesamt zeigten sich die Erzeuger mit dem Fortschritt zufrieden. Derweil nimmt der Angebotsdruck wieder etwas ab. Pilz- und Bakterienprobleme führen zu einer hohen Absortierungsquote und schlechteren Bedingungen bei der Einlagerung. Die Preise haben sich weitestgehend auf Vorwochenniveau gehalten.

Der Rapsmarkt zeigt sich von dem volatilen Handel auf den Ölmärkten unbeeindruckt und legte vor dem Wochenende ein weiteres Mal moderat zu. Die Preisrally ging auch zum Beginn der ersten Handelswoche im Oktober weiter. Der Frontmonat konnte ein Zuwachs von 4,75 Euro/Tonne verzeichnen. In Winnipeg ging es für die Canola-Futures ebenfalls weiter nach oben. Gestützt wurden die Kurse von der Entwicklung in Paris und dem schwachen kanadischen Dollar. Der Sojakomplex konnte sich nicht von dem schwachen Start erholen und rutschte am Freitag weiter in die Verlustzone. Auch beim gestrigen Handel übernahmen die Bären die Führung und beendeten den Handel mit Verlusten. Für eine gedämpfte Stimmung sorgt derzeit besonders die voranschreitende Ernte. Bisher sind nach Angaben des USDA 34 % der Flächen geerntet. Das langjährige Mittel liegt bei 26 %. Gerüchte über Handelsspannungen zwischen den USA und China haben zusätzlich den Handel belastet. In Brasilien rechnen die Experten von StoneX mit einer Sojaernte von 144,26 Mio./Tonnen. Das ist ein Plus von 0,93 Mio. Tonnen gegenüber der vorherigen Schätzung.

Mit moderaten Gewinnen ging der Freitag für die Weizenkontrakte in Paris zu Ende. Die bullische Stimmung setzte sich gedämpft auch zum Wochenauftakt fort. Der Dezembertermin legte 1,00 Euro/Tonne auf 265,25 Euro/Tonne zu. Futter für die Bullen waren vor allem die anziehenden EU-Exportgeschäfte. Der schwächere Euro stützt die Wettbewerbsfähigkeit. An der CBoT sind die Weizenfutures vor dem Wochenende nach oben gerauscht. Mit kräftigen, zweistelligen Gewinnen verabschiedeten sich die Kontrakte aus dem Handel. Den Anstieg setzten die Kontrakte beim gestrigen Handel deutlich beruhigter weiter fort. Der Frontmonat notierte ein Settlement von 756,50 $ US-Cent/bushel und kostet damit 238,64 Euro/Tonne. Neben technischen Käufen stützten vor allem die positiven Exportzahlen gestern den Markt. Das USDA bestätigte, dass in vergangenen Woche 611.621 Tonnen Weizen verkauft wurde. Damit wurde das Ergebnis aus der Vorwoche um 228.000 Tonnen übertroffen. Derweil sorgt die anhaltende Trockenheit in Russland dafür, dass die Aussaat des Wintergetreides nur langsam voran geht. Die FOB-Preise sind zeitgleich weiter gestiegen. Nach Angaben von IKAR liegt der Preis derzeit bei 307,00 $ US/Tonne. In dieser Woche erhöhen die Russen zusätzlich erneut ihre Exportsteuer auf Weizen auf 53,50 US-$/t.


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