"Bienen und Bauern retten!" erreicht notwendige Zahl an Unterschriften

Auf den letzten Metern hat die Europäische Bürgerinitiative (EBI) "Bienen und Bauern retten!" offenbar doch noch das notwendige Quorum von 1 Million Unterschriften erreicht. Die Organisatoren der Initiative wiesen heute und damit einem Tag vor Ablauf der offiziellen Frist darauf hin, dass die Mindestzahl überschritten worden sei. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact sowie vom Umweltinstitut München, einen privaten Verein mit dem Ziel der "Erforschung und Verminderung der Umweltbelastung". Laut den Organisatoren konnte auch das notwendige Unterschriftenquorum in bisher zehn Mitgliedstaaten erreicht werden. Notwendig ist ein festgelegter Mindestwert in wenigstens sieben Mitgliedstaaten.

Ziel der EBI ist es darauf hinzuwirken, dass die EU-Kommission den chemischen Pflanzenschutz bis 2035 schrittweise untersagt und die Landwirte bei der dazu notwendigen Umstellung mit Hilfsmaßnahmen unterstützt. Dafür soll zunächst der Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel - beginnend mit den gefährlichsten Wirkstoffen - bis 2030 um 80 % verringert werden. Zudem drängen die Initiatoren darauf, die Ökosysteme auf landwirtschaftlichen Flächen wiederherzustellen, damit die Landwirtschaft zur "Triebkraft für die Erholung der Biodiversität" werden kann. Darüber hinaus sollen "die vielfältigen und nachhaltigen Kleinbetriebe" Priorität erhalten und ökologische sowie biologische Produktionsweisen stärker gefördert werden.

Der Industrieverband Agrar (IVA) warnte mit Blick auf die Unterschriftenaktion der Europäischen Bürgerinitiative vor massiven Produktionsrückgängen in der EU-Landwirtschaft. "Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass es ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu Ertragsverlusten von bis zu 80 % kommt und dass der Nahrungsmittelbedarf bis 2050 um 50 % steigen wird", erklärte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer heute in Frankfurt. Zugleich stellte er klar, dass es eine Landwirtschaft ohne Schädlinge und Krankheiten nicht gebe. Um sie zu kontrollieren, brauche es wirksame Pflanzenschutzlösungen. Die Landwirte müssten ihre Kulturen schützen können.

Gemmer verwies auf Studien der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission, des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) und anderer Organisationen, die bestätigten, dass durch die in der Farm-to-Fork-Strategie der Brüsseler Kommission vorgesehenen Reduktionsziele die Agrarproduktion in der EU erheblich zurückgehen werde. "Wir halten dies für keinen nachhaltigen Ansatz für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft. Wir sollten aufhören, über willkürliche prozentuale Ziele zu sprechen, sondern über Lösungen reden", so der Hauptgeschäftsführer. Die europäische Pflanzenschutzindustrie habe sich verpflichtet, immer innovativere und umweltfreundlichere Lösungen anzubieten, die zu einer deutlichen Verringerung der Risiken und des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln führten, wie es durch die Veröffentlichungen zu den Harmonisierten Risikoindikatoren (HRI) in der EU belegt werde. AgE


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