Rukwied kritisiert falsches Signal an die Landwirtschaft

Als "falsches Signal an die Landwirtschaft", hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, den heutigen Bundesratsbeschluss zur Düngeverordnung kritisiert. "Wir stehen eindeutig zum Gewässerschutz, aber diese Verordnung ist fachlich mangelhaft", erklärte Rukwied. Eine bedarfsgerechte Düngung der Kulturpflanzen und Zwischenfrüchte sei zukünftig nicht mehr möglich. Dies werde die Qualität und Erntemenge negativ beeinflussen und letztendlich die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung schwächen.

Der DBV-Präsident warf Bund und Ländern vor, sie hätten die Verordnung im Eiltempo und ohne fachliche Diskussion und Abwägung durchgeboxt. Die Chancen für notwendige Korrekturen seien vertan worden. Die beschlossenen längeren Übergangsfristen seien in Anbetracht der aktuellen Corona-Pandemie zwar richtig. Sie änderten aber nichts an der grundsätzlichen Bewertung der Düngeverordnung. Bund und Länder seien jetzt gefordert, unverzüglich die Binnendifferenzierung umzusetzen.

Mit scharfer Kritik reagierte der Bayerische Bauernverband (BBV) auf den Beschluss der Länderkammer. Er sei maßlos enttäuscht, "dass viele wichtige Sachargumente im gesamten politischen Prozess zur Verschärfung der Düngeverordnung schlicht ignoriert wurden", kritisierte BBV-Präsident Walter Heidl. "Wegen der riesigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie wäre eine Gesamtverschiebung der Düngeverordnung notwendig gewesen", so Heidl. Die zeitliche Verschiebung ändere nichts an der "katastrophalen fachlichen Defiziten" der Verordnung.

Der Bayerische Bauernverband werde in Abstimmung mit dem Deutschen Bauernverband und den anderen Landesbauernverbänden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um noch die nötigen Korrekturen zu erreichen, kündigte Heidl an. Ziel sei weiterhin eine Düngeverordnung, "die praktikabel für die Landwirte ist und gleichzeitig Gewässer und Grundwasser schützt". AgE


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