Landwirte fordern Insektenschutz im Dialog

Einen Insektenschutz nur im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern haben Bauern, Schäfer, Jäger und Flächeneigentümer von den Umweltministern von Bund und Ländern gefordert. Anlässlich der Umweltministerkonferenz (UMK) in Hamburg haben sich heute Berufsvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet auf den Weg in die Hansestadt gemacht. Getragen wird die Kundgebung von den im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Nutzerverbänden, den Bauernverbänden aus Hamburg und mehreren Bundesländern, mehreren Landesschafzuchtverbänden und Weidetierhalterverbänden sowie Bauern der Bewegung "Land schafft Verbindung".

Das Aktionsbündnis pocht in einer gemeinsamen Erklärung, die im Rahmen der Kundgebung übergeben wird, darauf, die Politik im Zusammenhang mit der Novelle der Düngeverordnung und beim Gewässerschutz stärker regional zu differenzieren und die Kooperation zu stärken.

Der stellvertretende Vorsitzende vom Aktionsbündnis Forum Natur und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Eberhard Hartelt, hält beim Aktionsprogramm Insektenschutz einen Neustart für erforderlich. "Wir demonstrieren nicht gegen Insekten- und Artenschutz - im Gegenteil. Wir Bauern brauchen die Bestäuber wie keine andere Branche", stellte der BWV-Präsident klar. In seiner jetzigen Form konterkariere das Aktionsprogramm aber das vorhandene Engagement der Landwirte und Flächeneigentürmer und sei ein „enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz".

Nasch den Worten vom Präsidenten des Bauernverbandes Hamburg, Martin Lüdeke, müssen die ökonomischen Belange der Bauern stärker berücksichtigt werden. Lüdeke verlangte ein Ende der "populistischen und fachlich unsinnigen Agrarpolitik". Diese vernichte die Existenz der deutschen Bauern und raube den Kindern die Zukunft. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, hob den großen Unmut und die Enttäuschung der Landwirtsfamilien über die aktuelle Politik hervor. Ein zentraler Grund liegt laut Heidl darin, dass den Familien und der gesamten Landwirtschaft umweltpolitisch enorme Veränderungen abverlangt würden, ohne dass dabei der Dialog gesucht werde und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen gesetzt würden.

Als Auftakt zur Kundgebung gestern hatten einige Landwirte aus Schleswig-Holstein an der Deutschland-Zentrale der Umweltorganisation Greenpeace in der Hamburger Hafen-City ein Plakat mit der Aufschrift "Wir denken in Generationen, nicht in Kampagnen. Eure Bauern" entrollt. Sie kritisierten die Greenpeace-Kampagnen zur Landwirtschaft und forderten die Organisation auf, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern an Lösungen für die Betriebe zu arbeiten. Greenpeace zeigte sich erfreut über das konstruktive und lösungsorientierte Gespräch. Es habe sich bereits gezeigt, dass es trotz teils unterschiedlicher Positionen auch einige gemeinsame Anliegen gebe. Die Umweltschützer zeigten sich offen für den weiteren Dialog. AgE


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