Rechnungshof prüft Einsatz von neuen Technologien zur Überwachung

Der Europäische Rechnungshof (EuRH) prüft derzeit, inwiefern neue bildgebende Technologien die Kontrolle von Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erleichtern können. Untersucht werde, wie umfassendere Nachweise für die tatsächlichen landwirtschaftlichen Aktivitäten der Betriebsinhaber und deren Einhaltung der GAP-Vorschriften erlangt werden könnten, erklärte der EuRH dazu heute in Luxemburg.

Die Prüfer versprechen sich vom Einsatz neuer Technologien in der Überwachung auch eine verbesserte Wirksamkeit künftiger Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der GAP. Zudem könnten die Kosten für die Kontrollen gesenkt und eine größere Zahl von Begünstigten überprüft werden. Derzeit werden in den Mitgliedstaaten laut Rechnungshof jährlich rund 900 000 Kontrollen zu den landwirtschaftlichen Beihilfen vor Ort durchgeführt; dabei würden jedoch nur etwa 5 % der Empfänger abgedeckt.

Eingesetzt werden könnten laut EuRH die hochauflösenden Bilder der Sentinel-Satelliten des Copernicus-Programms. Diese Daten ermöglichten beispielsweise bessere Kontrollen der auf den Parzellen ausgeübten landwirtschaftlichen Tätigkeit, der Klassifikation von Kulturpflanzen oder von bestimmten Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF).

Darüber hinaus förderten die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten derzeit weitere Projekte, die Fotos mit Geotagging, Drohnen und Lösungen zur Landüberwachung umfassten. Auch diese Möglichkeiten könnten nach Ansicht des Rechnungshofes eine umfassendere, kosteneffizientere und wirksamere Überwachung im Rahmen der GAP erlauben.

Die Prüfer werden ihren Bericht voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres veröffentlichen. Im Rahmen der Untersuchungen werden sie mit Belgien, Dänemark, Italien und Spanien vier Mitgliedstaaten besuchen, die bereits Satellitenfotos für das GAP-Monitoring einsetzen. AgE


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