Generationswechsel in der Landwirtschaft mit guten Rahmenbedingungen fördern

Um die Landwirtschaft für junge Einsteiger attraktiver zu machen, muss die Politik für Planungssicherheit sorgen und die gesellschaftliche Wertschätzung für Lebensmittel und Bauern fördern. Das ist beim diesjährigen Bäuerinnenforum des Deutschen Landfrauenverbandes (dlv) deutlich geworden, bei dem Politiker, Praktikerinnen und Fachleute am vergangenen Samstag in Berlin über die Probleme beim Generationswechsel in der Landwirtschaft diskutierten.

Die dlv-Präsidentin Brigitte Scherb wies zu Beginn darauf hin, dass aktuell nur in jedem dritten familiengeführten Haupterwerbsbetrieb die Nachfolge geregelt sei, da sich viele Kinder von aktiven Landwirten gegen ein Leben auf dem Hof entscheiden würden. Scherb befürchtet deshalb einen weiter zunehmenden Strukturwandel mit negativen wirtschaftlichen Folgen für den ländlichen Raum, aber auch für die Kulturlandschaft und den sozialen Zusammenhalt in den Dörfern. Hier sei die Politik in der Pflicht, die Voraussetzungen für ein wirtschaftliches Auskommen in der Landwirtschaft zu schaffen, um so die Attraktivität für den Beruf zu verbessern.

Der Vorsitzende des Ernährungsausschusses im Bundestag, Alois Gerig, kritisierte „zahlreiche Diffamierungskampagnen“ gegen die Landwirtschaft. Offenbar trügen diese ihren Teil dazu bei, dass viele potentielle Hofnachfolger ihren Lebensunterhalt heute lieber außerhalb des elterlichen Hofes verdienen wollten. Gering stellte klar, dass die Politik nur die Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige Agrarwirtschaft setzen könne; das sei in den letzten Jahren nicht einfacher geworden.

Den Wegfall der Hofabgabeklausel bedauert Gerig auch wegen ihrer Bedeutung für die Folgegeneration. Ihm zufolge geht es nun darum, eine bezahlbare agrarsoziale Sicherung zu erhalten. Zur Unterstützung des Generationswechsels in den bäuerlichen Familienbetrieben dürfte die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach Ansicht des CDU-Politikers mit einem stärkeren Fokus auf die Förderung von Junglandwirten neue Impulse liefern. Er plädierte in diesem Zusammenhang auch dafür, die Kappung und die Degression sowie eine stärkere Regulierung des Bodenmarktes zur Vermeidung von Bodenspekulation zu diskutieren.

Der Agrarsprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Spiering, warb mit Blick auf die Situation junger Landwirte und Hofnachfolger für das Positionspaper seiner Fraktion zur künftigen GAP. Nach seinen Worten müssen sich alle Beteiligten entscheiden, ob die Agrarförderung auch künftig vorrangig an Bodeneigentümer gehen soll oder ob die öffentlichen Gelder besser zur Honorierung gesellschaftlich erwünschter Agrarleistungen gezahlt werden sollten, beispielsweise im Umweltschutz oder beim Tierwohl. Davon würden auch Junglandwirte profitieren. AgE


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