Rückenwind für Matif-Weizen

Die Weizenfutures an der Pariser Terminbörse haben sich nach dem gestern veröffentlichten Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zum internationalen Getreidemarkt weiter verteuert. Der Kurs für Weizen mit Fälligkeit im Dezember 2021 kletterte gestern nach der Veröffentlichung der neuen Daten in der Spitze auf 273 Euro/t. Dies waren 4 Euro/t mehr als zur Eröffnung und der bisherige Höchststand für den Dezemberkontrakt, der im Juli 2013 eingeführt worden war. Bis heute Mittag gegen 12.30 Uhr gab der betreffende Future zwar wieder auf 269,25 Euro/t nach; der vor etwa vier Wochen gestartete charttechnische Aufwärtstrend ist aber weiterhin intakt.

Analysten zufolge reagierten die Marktakteure vor allem auf die neue USDA-Prognose für das globale Weizenangebot 2021/22 mit Futureskäufen. Die Washingtoner Experten setzten ihre Voraussage für die Weltweizenerzeugung in der laufenden Vermarktungssaison um 4,4 Mio t auf 775,9 Mio t herab; das wären aber immer noch 1,2 Mio t mehr als das Vorjahresergebnis. Pessimistischer als bisher fielen vor allem die Produktionserwartungen für das eigene Land sowie für Kanada, Kasachstan und den Iran aus.

Die globale Weizennachfrage 2021/22 taxiert das US-Ministerium nun auf voraussichtlich 787,1 Mio t; im September hatte die Prognose noch bei 789,6 Mio t gelegen. Die Weizenbestände dürften weltweit insgesamt bis zum Ende der laufenden Saison auf 277,2 Mio t abgebaut werden; das wäre die geringste Menge seit 2016/17. Im September war noch mit 6,0 Mio t mehr gerechnet worden. Der jetzt vorgenommene Abschlag wird vor allem mit einer mehrere Jahre betreffenden Revision der Daten für den Iran begründet.

Der internationale Weizenhandel wird sich nach der Vorhersage des USDA in der aktuellen Vermarktungskampagne intensivieren. Dieser wird nun auf voraussichtlich 201,8 Mio t veranschlagt; das sind 900 000 t mehr als zuvor prognostiziert. Damit würde die vorjährige Handelsmenge um 3,8 Mio t übertroffen. Vor allem die Vorhersage für Irans Weizenimporte wurde nach oben angepasst, nämlich um 2,0 Mio t auf 4,5 Mio t. Als Begründung wird angeführt, dass dort mit dem geringsten Inlandsangebot an dieser Getreideart der vergangenen zehn Jahre zu rechnen sei. Zuletzt sei Russland der wichtigste Getreidelieferant des Iran gewesen, so dass 2021/22 vor allem die Weizenbezüge von dort höher ausfallen dürften. AgE


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